Antragsverfahren



Um die Kostenübernahme für eine längerfristige Psychotherapie zu erreichen, muss ein Antrag an den Kostenträger gestellt werden. Dazu füllen Sie ein Formular aus, und ich muß einen Bericht schreiben, in dem ich ausführlich begründe, weshalb ich eine solche Behandlung für notwendig halte.

Dieser Bericht wird in einem besonderen, verschlossenen Umschlag an die Krankenkasse geschickt. Von dort wird der Umschlag ungeöffnet an einen Gutachter weitergeleitet, der ebenfalls Psychoanalytiker ist und beurteilt, ob er die Kostenübernahme empfehlen kann. Nur dieser Gutachter, der in einer anderen Gegend Deutschlands arbeitet, bekommt meinen Bericht zu sehen, aber er kennt Ihren Namen nicht. Er weiß nur eine Kennziffer, mit der er die Krankenkasse darüber informiert, ob er die Kostenübernahme empfiehlt oder nicht.

Der Mitarbeiter der Krankenkasse bekommt also keine Informationen persönlicher Art über Sie. Der Gutachter, der diese Informationen bekommt, kennt Ihren Namen nicht, und er behält den Bericht bei sich.

Das Antragsverfahren bei privaten Versicherungen ist ähnlich; allerdings sind diese häufig weniger sorgfältig, was die Diskretion angeht. Zum Beispiel ist fast nie gewährleistet, dass der Gutachter nicht Ihren Namen erfährt.